Maschinenblick: Macht, Mythos und Manipulation der KI-Bilder
Künstliche Intelligenz erzeugt heute Bilder, die uns staunen lassen – und manchmal auch irritieren. Aber was sagen diese neuen Bildwelten denn über uns aus? Zeigen sich in ihren kleinen Fehlern vielleicht tieferliegende Muster unserer Träume, Ängste und Fantasien unseres kollektiven Unterbewusstseins, wie es der 94-jährige Filmemacher Alexander Kluge vermutet? Oder verwandeln KI-Systeme das riesige Archiv unserer menschgemachten Bilder in eine Maschine, die immer schneller neue Unterhaltungsformate produziert – Bilder, die vor allem für andere Maschinen gedacht sind?
Und was geschieht mit dem Wahrheitsanspruch, den Fotografien seit über 150 Jahren für sich beanspruchen? Wenn Bilder nur noch berechnet werden, verlieren sie dann ihre dokumentarische Kraft? Oder werden sie sogar zum Werkzeug neuer politischer und gesellschaftlicher Manipulation, wie es der Medienwissenschaftler Roland Meyer beschreibt?
In diesem Vortrag gehen wir in einer Kooperation mit dem Landesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Baden-Württemberg diesen Fragen nach – und diskutieren, welche ästhetischen, gesellschaftlichen und politischen Folgen die neuen KI-Bildgeneratoren haben könnten.
Über den Referenten:
Tobias Keber ist Landesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Baden-Württemberg. An der Hochschule der Medien Stuttgart war er Professor für Medienrecht und Medienpolitik in der digitalen Gesellschaft und im Leitungsgremium des Instituts für Digitale Ethik. Zuvor war er Lehrbeauftragter für Internetrecht im Masterstudiengang Medienrecht am Mainzer Medieninstitut der Johannes Gutenberg-Universität und Rechtsanwalt. Er ist Autor und Mitherausgeber zahlreicher Publikationen zu Medien-, IT- und Datenschutzrecht und u.a. Beiratsmitglied von Transparency Deutschland. Derzeit ist er Vorsitzender der Datenschutzkonferenz der Länder.